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Die Forschungsklasse "Heterogenität und Inklusion"

Der aktuelle Bildungsdiskurs wird derzeit von den Themen Heterogenität und Inklusion dominiert. Durch die Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 gilt die inklusive Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, die in Paragraph 24 der Konvention verankert ist, als große und kontrovers diskutierte Herausforderung.

Schule ist ein von Vielfalt geprägter Raum. Dies spiegelt sich in der Heterogenität innerhalb von Schulklassen wider. Was bedeutet das für den Prozess der Inklusion und welche Herausforderungen ergeben sich für die Institution Schule? Welche Kompetenzen benötigen angehende Lehrer*innen, um inklusiven Unterricht zu gestalten und so zu einem partizipativen und kompetenzorientierten Lehr-Lernklima beizutragen? Dies sind nur einige Fragen, die den thematischen Schwerpunkt der Forschungsklasse Heterogenität und Inklusion bilden. Das als Planspiel konzipierte Seminar bietet im ersten Semester der Forschungsklasse die Möglichkeit einen wissenschaftlichen Forschungsprozess vom Anfang bis zum Ende zu durchlaufen. Daran anknüpfend kann eine eigene Forschungsidee konkretisiert werden, die dann im zweiten Semester in ein eigenes kleines Forschungsprojekt münden kann. Ein zentrales Ziel der Forschungsklassen ist es, die eigenen Forschungskompetenzen zu erweitern.

Themen der Forschungsklasse:

In jedem Semester wird ein Schwerpunktthema behandelt, dass an die aktuellen Heterogenitäts-und Inklusionsdiskurse im Kontext von Schule und Unterrichtsgestaltung anknüpft.

Wintersemester 2019/20 - Soziale Ungleichheit: Inklusion durch Intervention

Entscheidet Herkunft immer noch über den Bildungserfolg, oder ist diese These veraltet? Die Forschungsklasse in diesem Semester beschäftigt sich mit Konstruktions-und Otheringsprozessen im inklusiven Schulunterricht. Diversitätssensible pädagogische Konzepte sowie zieldifferenter Unterrichten nehmen in diesem Zuge eine wichtige Rolle ein. Gleichzeitig trägt die Institution Schule damit paradoxerweise oftmals zur Konstruktion und Reproduktion von „Anderen“ bei und verfestigt somit Bildungsungleichheiten, die auf soziale, ökonomische, ethnische und religiöse Kategorien zurückgeführt wird. Welche Differenzen werden als Problem wahrgenommen und welchen Einfluss hat das auf Lehr-Lernsituationen? Wie wirken sich Otheringsprozesse auf die Identitätsentwicklung von Schüler*innen aus und welche Gegenstrategien gibt es? Welche fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Forschungsarbeiten gibt es bereits und wo kann die eigene Forschungsarbeit anknüpfen, die ggf. in einer Masterarbeit münden kann?

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