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Call for Papers Ausgabe 4, 2/2021

Lehren und Lernen auf Distanz – Konsequenzen für die Lehrer*innenbildung

 

Seit Anfang 2020 haben die COVID-19-Pandemie und die daraus resultierenden Maßnahmen einschneidende Auswirkungen auf den Lebens- und Arbeitsalltag der Menschen weltweit. Bildungspolitische Entscheidungen in Deutschland erwirkten unter anderem das kurzfristige Schließen von Schulen sowie Hochschulen und die Verlegung des Unterrichts auf die privaten Wohnräume. Für Lehrende und Lernende war Distanzlernen (z. B. Remote Learning,Homeschooling, Flipped Classroom etc.) plötzlich der Regelfall, und alle Beteiligten im Bildungssystem mussten sich mit den Chancen und Risiken von digitaler Lehre auseinandersetzen (vgl. Deutscher Bundestag, 2018). Lehrende auf allen Ebenen sahen und sehen sich der Herausforderung gegenüber, ihren Unterricht didaktisch neu zu konzipieren, sich im Wirrwarr digitaler Ressourcen zurechtzufinden und dies in Einklang mit den individuellen Lernvoraussetzungen und Bedürfnissen der Studierenden und Schüler*innen zu bringen. Die aktuelle gesellschaftliche Situation macht deutlich, dass „Lehrer*innenhandeln immer in politischen Zusammenhängen stattfindet, dass gesellschaftliche Machtstrukturen die Schule beeinflussen und dass die Schule und damit Lehrer*innenhandeln selbst wiederum gesellschaftliche Konsequenzen haben“ (Heil, 2020: S. 58). Den Konsequenzen, die sich für die Lehrer*innenbildung im Bereich des Lehren und Lernen auf Distanz ergeben, möchten wir mit Ihrer Hilfe weitere Beachtung schenken.

In der 4. Ausgabe von k:ON laden wir zur Einreichung von Beiträgen ein, in denen die Erfahrungen aus den letzten Monaten sowie deren Konsequenzen als Good- oder auch Bad-Practice Beispiele, theoretische Überlegungen oder kritische Auseinandersetzungen reflektiert werden. Fachwissenschaftliche und -didaktische Überlegungen, empirische Forschungsberichte und Diskussionen, die sich diesem komplexen Themenfeld annehmen, können sowohl aus einzelfachlicher als auch aus inter- und transdisziplinärer Perspektive betrachtet und ausdifferenziert werden. Wir freuen uns über Beiträge, die beleuchten, welche Auswirkungen Lehren und Lernen auf Distanz kurz-, mittel- und langfristig haben werden bzw. haben könnten. Denkbar wären folgende Themenfelder und damit verbundene Fragen:

  • Welche Bedeutung haben die Erfahrungen der letzten Monate für die Lehrer*innen(aus)bildung und welche Konsequenzen und Maßnahmen entstehen daraus?
  • Inwiefern muss die didaktische Gestaltung der Lehr-Lernumgebung verändert werden, damit einer Überforderung der Lernenden im selbstverantwortlichen Lehr-Lernprozess entgegengewirkt werden kann? Was sind angemessene Formen der Unterstützung, die den Lernenden beim Prozess des eigengesteuerten Lernens angeboten werden können? (Vgl. Härtig, Kampschulte, Lindmeier, Ostermann, Ropohl & Schwanewedel, 2018)
  • Welche Anforderungen stellt dies an die Infrastruktur zu Hause, in der Schule, in der Universität? Wie kann digitale Lehre angeboten werden, ohne dass eine einheitliche technische Ausstattung vorausgesetzt werden kann?
  • Welche gesellschaftlichen und sozialen Auswirkungen sind absehbar und wie wirken sie sich auf die Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit aus?
  • Welche verstärkten Möglichkeiten der politischen und wirtschaftlichen Einflussnahme bietet das Lehren und Lernen auf Distanz für Firmen, Banken und andere Interessensverbände? (Vgl. Engartner, 2019; Materialkompass, 2012)
  • Die Rückmeldungen, die die Lehrenden über den Lernprozess der Lernenden erhalten, erfolgen zwangsläufig anders als zuvor. Wie können Lehrende diagnostisch arbeiten und individuelle Förderung gewährleisten?
  • Wie kann auf Distanz der Lernfortschritt bewertet werden und eine gerechte Beurteilung stattfinden?

Einreichungen aus allen Bildungsebenen, Schulformen und Fächern sind willkommen. Bitte senden Sie uns Ihr maximal 250 Wörter langes Abstract (exkl. Literaturangaben) bis zum 28.02.2021 an kON-Journal[at]uni-koeln.de und ordnen Sie es einem der k:ON-Bereiche zu:

k:ONzepte – Lehrer*innenbildung in der Forschung

Im theoretisch-empirischen Teil der Zeitschrift stehen Beiträge im Zentrum, in denen die Ak­teur*innen aus der Lehrer*innenbildung einen analytisch-kritischen Blick auf die Herausfor­derungen des Lehrens und Lernens auf Distanz in den Fächern der Lehrer*innenbildung zu werfen.

k:ONkretes – Praxis der Lehrer*innenbildung

Berichte und Anregungen, wie die oben gestellten Fragen im Kontext digitalen Lernens und Lehrens auf Distanz ausgestaltet werden können, sind im unterrichtspraktischen Teil der Zeitschrift zu verorten.

k:ONtraste – Lehrer*innenbildung in der Diskussion

Im Forumsbereich bietet k:ON die Möglichkeit zur kritischen Diskussion digitaler Bildungsprozesse in Zeiten von Corona und den damit einhergehenden Konsequenzen für die Lehrer*innenbildung. Autor*innen haben hier die Möglichkeit, sich mit Debattenbeiträgen explizit zu gegenwärtigen Herausforderungen zu positionieren.

Themenunabhängiger Call for Papers für den Bereich k:ONturen – Nachwuchsforum

Eine Besonderheit von k:ON stellt der thematisch offene Bereich des Nachwuchsforums dar. In diesem Teil der Zeitschrift können ausgewählte, herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden auf B.A.- und M.Ed.-Niveau sowie Studienprojekte aus dem Praxissemester in Artikelform veröffentlicht werden. Abstracts (ebenfalls max. 250 Wörter) für diesen Bereich können jederzeit bei uns eingereicht werden.

Für weitere Informationen besuchen Sie auch unsere Website: www.kon-journal.de | Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

 

Vorläufige Zeitplanung:

Literatur:

Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände – Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (2012). Materialkompass. Materialien. (Gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) https://www.verbraucherbildung.de/suche/materialkompass (letztes Abrufdatum: 14.12.2020)

Deutscher Bundestag (2018). Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule.  https://www.bundestag.de/resource/blob/589210/03a2dfe453119fd2660701d2586f4c9b/wd-8-130-18-pdf-data.pdf(letztes Abrufdatum: 14.12.2020)

Engartner, Tim (2019). Wie DAX-Unternehmen Schule machen. Lehr- und Lernmaterial als Türöffner für Lobbyismus. Frankfurt am Main: Otto-Brenner Stiftung. https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/03_Publikationen/AH100_Lobbyismus_Schule.pdf(letztes Abrufdatum: 14.12.2020)

Härtig, Hendrik; Kampschulte, Lorenz; Lindmeier, Anke; Ostermann, Anja; Ropohl, Mathias & Schwanewedel, Julia (2018). Wie lässt sich Medieneinsatz im Fachunterricht beschreiben? Entwicklung einer Heuristik für den Medieneinsatz. In Ropohl, Mathias; Lindmeier, Anke; Härtig, Hendrik; Kampschulte, Lorenz; Mühling, Andreas & Schwanewedel, Julia (Hrsg.), Medieneinsatz im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht. Fachübergreifende Perspektiven auf zentrale Fragestellungen. Hamburg: Joachim Hertz Stiftung Verlag, S. 175-192.

Heil, Matthias (2020). Das Lehramt als politischer Beruf. Schriftenreihe POLIS – politische und soziologische Bildung Bd. I. Siegen: universi – Universitätsverlag Siegen. https://dspace.ub.uni-siegen.de/bitstream/ubsi/1645/1/Heil_POLIS_I.pdf (letztes Abrufdatum: 14.12.2020)