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Call for Papers Ausgabe 2/2020

Inklusive Bildung aus fachdidaktischer und fachwissenschaftlicher Perspektive

Die UNESCO fordert eine „Bildung für alle“, in der „allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offenstehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale zu entwickeln, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen“ (Deutsche UNESCO-Kommission 2014, S. 9). Dies umzusetzen, kann aktuell als eine der größten Herausforderungen der Lehrer*innenbildung bezeichnet werden.

Um diesem Ideal einer inklusiven Bildung näher zu kommen, „bedarf es Veränderungen in den Inhalten, Ansätzen, Strukturen und Strategien im Bildungswesen“ (Deutsche UNESCO-Kommission, 2014, S. 9). Hochschulen nehmen hierbei einen zentralen Stellenwert ein. Ihnen obliegt nicht nur die Verantwortung, die Diversität der Studierenden in der Zugänglichkeit von Lehrveranstaltungen zu beachten, sondern sie müssen diese gleichzeitig für einen inklusiven, beruflichen Alltag vorbereiten. Das Lehramtsstudium muss dabei inhaltlich und formal entsprechend geltender rechtlicher Regelungen gestaltet sein. In diesem Kontext kam es mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland (2009) zu Gesetzesänderungen, die in vielen deutschen Bundesländern die Anpassung entsprechender Schulgesetze nach sich zog (z.B. die 9. Schulrechtsänderung in Nordrhein-Westfalen, 2013; Schulgesetzänderung in Niedersachsen, 2018). Diese rechtlichen Vorgaben fordern, dass inklusive Bildung nicht als Aufgabe einzelner Personen, Lehrveranstaltungen oder Lehramtsformen betrachtet werden darf. Vielmehr gilt es, Inklusion als Querschnittsthema in der gesamten Lehrer*innenbildung zu verstehen und sowohl in den Bildungswissenschaften, Fachdidaktiken als auch den Fachwissenschaften und Praxisphasen umzusetzen.

Explizit die Fächer werden beispielsweise in Nordrhein-Westfalen mit der aktuellen Fassung der Lehramtszugangsverordnung (MSB, 2016) gefordert. Diese Verordnung besagt u.a., dass alle Fächer des Lehramtsstudiums in NRW verpflichtet sind, inklusionsorientierte Fragestellungen innerhalb des fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Studiums im Umfang von mindestens fünf Leistungspunkten anzubieten. Damit stehen viele Wissenschaftler*innen aus den Fachwissenschaften und Fachdidaktiken neuen Aufgaben und Herausforderungen gegenüber, da die rechtliche Forderung bislang im Kontrast zu den wissenschaftlichen Entwicklungen in den Bereichen steht.

Aus diesen Gründen wollen uns in dieser zweiten Ausgabe von k:ON insbesondere auf die fachdidaktische und fachwissenschaftliche Perspektive auf inklusive Bildung konzentrieren und Sie aufrufen, Ihre Projekte und Forschungsaktivitäten aus diesem Feld zu präsentieren. Wir laden dazu ein, Erfahrungsberichte, empirische Forschungsergebnisse, theoretische Erkenntnisse und Begriffsdiskussionen einzureichen, die dazu beitragen, die für inklusive Bildung benötigten Kompetenzen, bestehende Herausforderungen und Chancen und zentrale Fragestellungen in den Fachdidaktiken und Fachwissenschaften zu konkretisieren und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Lehre auszuformulieren. Einreichungen aus allen Bildungsebenen und Fächern sind willkommen.

Bitte senden Sie Ihr maximal 250 Wörter langes Abstract (exklusive Literaturangaben) bis zum 15.03.2020 an kON-Journal[at]uni-koeln.de und ordnen Sie es einem der k:ON-Bereiche zu:

k:ONzepte – Lehrer*innenbildung in der Forschung:

In unserem theoretisch-empirischen Teil laden wir Akteur*innen aus der Lehrer*innenbildung dazu ein, einen analytisch-kritischen Blick auf die Herausforderungen der inklusiven Bildung in den Fächern der Lehrer*innenbildung zu werfen.

k:ONkretes – Praxis der Lehrer*innenbildung:

Berichte und Anregungen, wie inklusionsorientierte Inhalte in die fachdidaktische und fachwissenschaftliche Ausbildung integriert werden können, sind im unterrichtspraktischen Teil der Zeitschrift zu verorten.

k:ONtraste – Lehrer*innenbildung in der Diskussion:

Im Forumsbereich bietet k:ON die Möglichkeit zur kritischen Diskussion von inklusiver Bildung in den Fächern der Lehrer*innenbildung. Wir laden Autor*innen hier explizit dazu ein, sich mit Debattenbeiträgen zu gegenwärtigen Herausforderungen zu positionieren.

 

Themenunabhängiger Call for Papers für den Bereich k:ONturen – Nachwuchsforum

Eine Besonderheit von k:ON stellt der thematisch offene Bereich des Nachwuchsforums dar. In diesem Teil der Zeitschrift können ausgewählte, herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden auf B.A.- und M.Ed.-Niveau sowie Studienprojekte aus dem Praxissemester in Artikelform veröffentlicht werden. Abstracts (ebenfalls max. 250 Wörter) für diesen Bereich können jederzeit bei uns eingereicht werden. Hintergrundgrak: Modiziertes Design von Hello-Pixel / Freepik