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Die Forschungsklasse "Sprache und Fach" (ehemals „Sprachliche Bildungsprozesse“)

Sprache spielt im Unterricht eine wesentliche Rolle: Sie ist – vor allem in den Sprachfächern – Gegenstand des Unterrichts, sie ist aber auch in allen Fächern das Medium, mit und in dem Inhalte vermittelt und besprochen werden.

Sprachliche Bildung spielt dabei in allen Fächern eine wichtige Rolle und umfasst überfachliche Unterrichtsaspekte: Mündliches und schriftliches Sprachhandeln, den Umgang mit Texten und Medien und die Untersuchung und Reflexion von Sprache. Doch wie genau geschieht dies in der konkreten Unterrichtssituation? Was heißt es, Schüler*innen zu vermitteln, zwischen verschiedenen, situativ jeweils unterschiedlichen Registern zu unterscheiden – und diese Register dann auch selbst anzuwenden? Wie kann Schüler*innen ermöglicht werden, an Bildungssprache teilzuhaben? Mit welchen linguistischen, soziologischen, pädagogischen (u.a.) Kategorien lässt sich beschreiben, was im Unterricht geschieht? Was sind fachspezifische Besonderheiten? Und: Wie lässt sich die Forschungslage zu diesen Themen beschreiben? Dies sind nur einige Fragen, an denen sich das große Spektrum an Themen veranschaulichen lässt, die sich hinter dem Oberthema dieser Forschungsklasse verbergen. Eine wichtige Rolle wird dabei die Überlegung spielen, wie ein passender „Methodenbaukasten“ aussehen kann, mit dem die jeweiligen Fragestellungen verfolgt werden könnten. Ziel des Seminars ist es, grundlegende Forschungskompetenzen zu erwerben, die dann im Folgesemester an einem eigenen kleinen Forschungsprojekt zum Thema Unterrichtskommunikation umgesetzt werden können.

Themen der Forschungsklasse:

In jedem Semester der Forschungsklasse werden wir uns mit einem Schwerpunktthema beschäftigen, das verschiedene Aspekte Sprachlicher Bildung aufgreift. 

Wintersemester 2020/21 - Bildung + Sprache = Bildungssprache?

Sprechen ist nicht gleich sprechen – Kontext und Situation bestimmen, welche Art von Sprachverwendung als angemessen beurteilt wird, und mit unterschiedlichen Arten der Sprachverwendung können ganz unterschiedliche kommunikative Aufgaben bearbeitet und unterschiedliche Personengruppen adressiert werden. Für den schulischen Kontext ist das Thema Bildungssprache seit einigen Jahren in aller Munde: Schüler*innen sollen lernen, sich bildungssprachlich auszudrücken; es besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass der Erwerb von Bildungssprache ein fächerübergreifend relevantes Thema mit entscheidenden Implikationen für den Lernerfolg ist – und zwar sowohl für Schüler*innen mit Deutsch als Erstsprache, als auch für Schüler*innen mit anderen Erst- und Familiensprachen.

Trotz dieser Einigkeit kann aber von einer einheitlichen Definition des Gegenstandes „Bildungssprache“ keine Rede sein – mal wird mehr auf Oberflächenmerkmale von Sprache fokussiert, mal auf die pragmatische Ebene. Ebenfalls hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass sich auch gesprochene Bildungssprache an der Schriftlichkeit orientiert. Im Wintersemester werden wir uns vor diesem Hintergrund mit Fragen wie diesen beschäftigen: Was aber genau versteht man eigentlich unter Bildungssprache? Gibt es fächerspezifische Unterschiede? Wie verhält sie sich zur Alltagssprache? Wie lässt sie sich beschreiben und konzeptualisieren, wie beforschen, und: wie ihr Erwerb fördern?

Anrechenbarkeit dieser Forschungsklasse

Die Teilnahme an der Forschungsklasse „Sprache und Fach“ kann in Einzelfällen auf das Studium angerechnet werden:

  • Studierende des Lehramts Deutsch (HRGe, G, SP): 3 ECTS für das sprachdidaktische Hauptseminar in Aufbaumodul 2 „Sprachlich-literarische Bildung“. Für die Modulprüfung muss das in der Forschungsklasse erarbeitete Poster zu einer Hausarbeit ausgearbeitet werden.
  • Studierende des Lehramts Geschichte: 6 ECTS für das Schwerpunktmodul 3 „Didaktik der Geschichte“, sofern das Hauptseminar „Geschichtsunterrichtsplanung: Themen, Methoden, Medien“ im 3. Semester des M. Ed. besucht wird. Für die Modulprüfung muss das in der Forschungsklasse erarbeitete Poster zu einer Hausarbeit ausgearbeitet werden.
  • Studierende des Lehramts Englisch (HRGe, G, SP): 3 ECTS entweder für das CELT- oder PELT-Seminar im Schwerpunktmodul 3 "Fachdidaktik". Für die Modulprüfung muss das in der Forschungsklasse erarbeitete Poster zu einer 15-seitigen Hausarbeit ausgearbeitet und mit dieser zusammen eingereicht werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Dr.‘ Julia Sacher: julia.sacher(at)uni-koeln.de

 

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