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Die Forschungsklasse "Heterogenität und Inklusion"

Der aktuelle Bildungsdiskurs wird derzeit von den Themen Heterogenität und Inklusion dominiert. Durch die Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 gilt die inklusive Beschulung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, die in Paragraph 24 der Konvention verankert ist, als große und kontrovers diskutierte Herausforderung.

Schule ist ein von Vielfalt geprägter Raum. Dies spiegelt sich in der Heterogenität innerhalb von Schulklassen wider. Was bedeutet das für den Prozess der Inklusion und welche Herausforderungen ergeben sich für die Institution Schule? Welche Kompetenzen benötigen angehende Lehrer*innen, um inklusiven Unterricht zu gestalten und so zu einem partizipativen und kompetenzorientierten Lehr-Lernklima beizutragen? Dies sind nur einige Fragen, die den thematischen Schwerpunkt der Forschungsklasse Heterogenität und Inklusion bilden. Das Seminar bietet im ersten Semester der Forschungsklasse die Möglichkeit einen wissenschaftlichen Forschungsprozess vom Anfang bis zum Ende zu durchlaufen. Daran anknüpfend kann eine eigene Forschungsidee konkretisiert werden, die dann im zweiten Semester in ein eigenes kleines Forschungsprojekt münden kann. Ein zentrales Ziel der Forschungsklassen ist es, die eigenen Forschungskompetenzen zu erweitern.

Themen der Forschungsklasse:

In jedem Semester wird ein Schwerpunktthema behandelt, dass an die aktuellen Heterogenitäts-und Inklusionsdiskurse im Kontext von Schule und Unterrichtsgestaltung anknüpft.

Wintersemester 2020/21 - Schule im Spannungsfeld sozialer Ungleichheit

Laut dem Bericht „Bildung in Deutschland 2020“ verlassen immer mehr Schüler*innen die Schule ohne Abschluss. Durch die Corona-Pandemie und die daraus entstehenden digitalen Herausforderungen könnten diese Ungleichheiten verstärkt werden. Obwohl heterogene Lerngruppen im Kontext von Inklusion schulische Normalität darstellen, werden auch gleichzeitig in der Institution Schule Ungleichheiten konstruiert und reproduziert, die zu Leistungsunterschieden führen.  Für SuS resultieren daraus Stigmatisierungs- und Exklusionserfahrungen in ihren Schul-und Berufsbiographien.  Eine heterogenitätssensible und multiprofessionelle Schulpraxis, die demokratische Partizipationsräume für alle Schüler*innen eröffnet, stellt eine große Herausforderung dar. Welches Wissen und Kompetenzen benötigen Lehrkräfte, um dieses Spannungsfeld abzubauen? Welche (außerschulischen) Interventions-und Kooperationsmöglichkeiten gibt es bereits, auch angesichts der neuen zusätzlichen Herausforderungen? Und welche Studien gibt es bereits, wo das eigene Forschungsprojekt anknüpfen kann?

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